Dispositive von ‚dis/ability‘
im gesellschaftlichen Wandel

(Erwerbs-)Arbeit als biographische Erfahrung und Alltagspraxis im Kontext von (Nicht-)Behinderung

Lei­tung: Prof. Dr. Anne Wald­schmidt, Uni­ver­si­tät zu Köln
Wiss. Mit­ar­beit: Sarah Karim, M.A.; Simon Led­der, Dipl. Sozw.
Lauf­zeit: 01.10.2018 – 30.09.2021
Finan­zie­rung: Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft, Bonn
Pro­jekt­kenn­zif­fer: 405662445
Web­sei­te: 
http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/405662445
Publi­ka­tio­nen:  [in Arbeit]

Der gesell­schaft­li­che Umgang mit behin­der­ten Men­schen befin­det sich seit eini­ger Zeit in einem grund­le­gen­den Wand­lungs­pro­zess. Mit der der­zeit lau­fen­den Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on hat sich die Dyna­mik in Rich­tung Inklu­si­on und Teil­ha­be noch beschleu­nigt. Wäh­rend im Bil­dungs­sys­tem die schu­li­sche Inklu­si­on kon­tro­vers dis­ku­tiert wird, spielt die (Erwerbs-)Arbeit von Men­schen mit Behin­de­run­gen in den gesell­schaft­li­chen Debat­ten bis­her nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le.

Am Bei­spiel der zen­tra­len Lebens­la­ge (Erwerbs-)Arbeit und mit Hil­fe des Dis­po­si­tiv­kon­zepts unter­sucht das Pro­jekt, wie sich die Pro­ble­ma­ti­sie­rungs­wei­sen von ‚dis/ability‘ ver­än­dern. In qua­li­ta­tiv-empi­ri­schen Unter­su­chungs­schrit­ten wer­den die Ver­bin­dun­gen zwi­schen behin­der­ten­po­li­ti­schen und ‑päd­ago­gi­schen Dis­kur­sen, pro­gram­ma­ti­schen Anru­fun­gen, gesell­schaft­li­chen Insti­tu­tio­nen und all­täg­li­chen Prak­ti­ken sowie den Sub­jek­ti­vie­rungs­wei­sen von Men­schen mit Behin­de­run­gen her­aus­ge­ar­bei­tet. Unter­sucht wer­den, ers­tens, in einer dia­chro­nen Per­spek­ti­ve die Erwerbs­bio­gra­phi­en von zwei Alters­grup­pen von Män­nern und Frau­en mit unter­schied­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen und, zwei­tens, auf syn­chro­ner Ebe­ne das gegen­wär­ti­ge Arbeits(er-)leben von Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten in Werk­stät­ten und Inklu­si­ons­be­trie­ben.

Als Erhe­bungs­me­tho­den die­nen leit­fa­den­struk­tu­rier­te, nar­ra­tiv ori­en­tier­te Inter­views, eth­no­gra­phi­sche Beob­ach­tun­gen und Grup­pen­dis­kus­sio­nen; die Aus­wer­tung erfolgt mit­tels Dis­kurs- und Dis­po­si­tiv­ana­ly­sen; dabei wird im Anschluss an den Inter­sek­tio­na­li­täts­an­satz auch die Inter­de­pen­denz der Dif­fe­renz­ka­te­go­ri­en Gen­der und dis/ability berück­sich­tigt. Der inte­gra­ti­ve For­schungs­an­satz ver­bin­det Per­spek­ti­ven der all­ge­mei­nen Sozio­lo­gie, der Sozio­lo­gie der Behin­de­rung und der Disa­bi­li­ty Stu­dies. Das Pro­jekt lie­fert Bei­trä­ge zu den aktu­el­len Debat­ten über Inklu­si­on, Par­ti­zi­pa­ti­on und Inter­sek­tio­na­li­tät.